Gedanken zum Ende der Passionszeit


von Annette Bachofer, ehrenamtliche Mitarbeiterin bei den „Orgel-Gedanken“

Wir sind nun fast am Ende der Passionszeit angekommen. Passions- Leidenszeit Jesu bis zum Tod am Kreuz. Dieses Jahr sind wir nicht nur aufgerufen, so wie sonst immer, das Leiden Christi zu bedenken, mitzugehen in Gebeten, Liedern, Andachten, auch mit Fasten und Verzicht als Zeichen der inneren Einkehr, nein, dieses Jahr wird uns allen ohne unser Zutun eine Zeit des Leidens, der Einschränkung, der Angst und Traurigkeit auferlegt, und wir müssen sie durchstehen, ob wir wollen oder nicht.

Unsere so sehr geschätzte individuelle Freiheit, unsere Sicherheit, unser mehr oder weniger bequemes, ungebundenes Leben - alles ist ganz plötzlich unterbrochen worden. Angst, Hilflosigkeit, Ungewissheit, Krankheit und äußere Not beherrschen die meisten Menschen. Ein Ende ist nicht abzusehen und auch nicht, wie es danach weitergehen wird.

In dieser unserer eigenen Passionszeit schauen wir auf Jesus. Wie hat er sein Leiden ertragen? Bei Matthäus lesen wir: Jesus ging in den Garten Gethsemane, um zu beten. Seine Seele war zu Tode betrübt und er fing an, zu trauern und zu verzagen. Angst und Traurigkeit wollten ihn überwinden. Er betete zu Gott: „Mein Vater, wenn es möglich ist, lass diesen bitteren Kelch an mir vorübergehen“. Jesus hat mit Gott gesprochen und hat ihn angefleht, ob der bittere Tod ihm nicht doch erspart werden könne. Er war ja auch ein Mensch und hatte Todesangst vor dem Sterben am Kreuz.

Auch wir dürfen und sollen in unserer Not Gott anflehen, dass wir diese Leidenszeit überstehen, dass wir nicht schwer krank werden oder sogar sterben müssen. Und auch, dass nicht unsere ganze Existenz einbricht und wir in Not und Elend kommen. Jesus betet aber noch weiter: „aber nicht wie ich will, sondern wie du willst.“ Jesus wendet sich in höchster Not an seinen Vater, aber er ergibt sich dabei in Gottes Willen und vertraut darauf, dass er ihn hört und dass am Ende alles gut wird.

Wir wollen uns hier nicht weiter mit Jesus vergleichen, aber sein Beten und Flehen gilt auch für uns: Gott um Hilfe bitten, um Rettung aus Angst und Verzweiflung, um Gesundheit und die Kraft, unsere Zukunft zu bewältigen und ein zufriedenes und dankbares Leben führen zu können. Doch auch den Schluss des Gebetes dürfen wir nicht vergessen: „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“ Gott hat die Bitte Jesu nicht erfüllt, der Tod am Kreuz musste sein. Aber er blieb nicht der letzte Akt in Gottes Plan. Nach Karfreitag kam und kommt Ostern, Auferstehung, Sieg über Tod und Grab am Ende ewiges Leben bei Gott. Zum Schluss der Passionszeit singen wir: „Dein Kampf ist unser Sieg, dein Tod ist unser Leben; in deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben.“ Und wenn die Virusepidemie hoffentlich bald überstanden ist, werden wir singen: „Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für“.


Tageslosung


Ich will den HERRN loben in den Versammlungen.
Psalm 26,12

Wie ist es nun, Brüder und Schwestern? Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine Zungenrede, er hat eine Auslegung. Lasst es alles geschehen zur Erbauung!
1.Korinther 14,26

Termine


04.08.2020 12:00 Uhr

Marienkirche

Orgelgedanken zur Marktzeit

06.08.2020 12:00 Uhr

Marienkirche

Orgelgedanken zur Marktzeit

07.08.2020 17:00 Uhr

Marienkirche

Friedensgebet

08.08.2020 12:00 Uhr

Marienkirche

Orgelgedanken zur Marktzeit

09.08.2020 08:00 Uhr

Marienkirche

Frühgottesdienst

09.08.2020 10:00 Uhr

Marienkirche

Gottesdienst