Gedanken zum Beten (1)


von Dr. Christoph Hoffmann-Kuhnt, ehrenamtlicher Mitarbeiter bei den Orgel-Gedanken

Einer der Sonntage nach Ostern trägt den Namen „Rogate“ = Betet! In diesem Jahr ist der Rogate-Sonntag am 17. Mai. „Rogate“ – Betet! Eine Aufforderung und Einladung zum Zwiegespräch mit Gott. Innehalten ist die Botschaft.  Aus dem Stimmengewirr des Alltags der einen Stimme Gottes lauschen. Wie nun spricht Gott zu uns? Wie beten und sprechen wir mit ihm? Was geschieht beim Beten?

Beim sog. Präsenzdienst in der Marienkirche werde ich immer wieder nach Details der Ausstattung gefragt, z. B. der neugotischen Kanzel und ihrem Kanzeldeckel. Dort sind typische Jugendstilelemente zu finden, Ornamentik und Engeldarstellungen. Die sieben Engelbüsten tragen folgende Spruchbänder:

Bittet! Höret! Klopfet an! Suchet! Wachet! Glaube nur! Seid Täter!

Alle diese biblischen Imperative gehören zur Sonntagsbezeichnung Rogate und zum Begriff Beten. Der häufig benutzte und lapidare Satz: „Da hilft nur noch beten“ wird fälschlich missverstanden als Hoffnungslosigkeit und Passivität. Ich verstehe ‘Beten‘ anders: als ein aktives Lauschen, Anklopfen, Wachsam-Sein. Und in diesem Hinein-Hören bemerken wir, dass Gottes Stimme verschiedene Ausdrucksformen hat:

Die Sprache der Worte, die wir in der Bibel lesen, die uns zugesprochen werden. Und die Sprache der Symbole, denen wir in Bildern und Figuren begegnen. Denken Sie an die Steinmetzarbeiten am Heiligen Grab, am Taufstein oder an der Empore.

Und dann die Sprache der Musik. Denken Sie an die Kirchenlieder, wo Text und Melodie sich so verbinden, dass wir oft die Verse nicht ohne Melodie hervorbringen können. Oder den Klang der Orgel, die wunderbare Vielfalt der Register, die stimmführenden Melodien oder das Basso continuo im Pedal.

Und dazu die Sprache der Stille, das Innehalten ohne Worte, ohne Ton. Oder besser gesagt: der Nachhall eines Textes, einer Musik. Und das ist ein wesentlicher Teil des Gebets. Das Nach-Hören und Nach-Denken bringt uns zum Nachfolgen, zum Vertrauen darauf, dass Gott unser Gebet annimmt.

„Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet“. (Ps 66,20)


Tageslosung


Mein Herz ist fröhlich in dem HERRN.
1.Samuel 2,1

Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude.
1.Petrus 1,8

Termine


04.06.2020 12:00 Uhr

Marienkirche

Orgelgedanken zur Marktzeit

05.06.2020 17:00 Uhr

Marienkirche

Friedensgebet

06.06.2020 12:00 Uhr

Marienkirche

Orgelgedanken zur Marktzeit

07.06.2020 08:00 Uhr

Marienkirche

Frühgottesdienst

07.06.2020 10:00 Uhr

Marienkirche

Gottesdienst

09.06.2020 12:00 Uhr

Marienkirche

Orgelgedanken zur Marktzeit