Gedanken zu Zuversicht


von Manfred Häußler, ehrenamtlicher Mitarbeiter bei den „Orgel-Gedanken“

„Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus“ – so heißt das Motto der diesjährigen Fastenaktion der Evangelischen Kirche in Deutschland. Es ist auch überall dort ein gutes Motto, wo es um die Sehnsucht nach Frieden und um den Einsatz für den Frieden geht. Sieben Wochen ohne Pessimismus, ja gut, aber was dann? Angesichts der Krisen und Bedrohungen ist ganz gewiss kein blauäugiger Optimismus angebracht. Pessimismus und Optimismus, beide -ismen helfen nicht in so komplexen Problemen wie dem Kampf gegen das Corona-Virus, bei der humanitären Hilfe für die geflüchteten Menschen an den Grenzen Europas und der politischen Befriedung Syriens, auch nicht bei der Gefahrenabwehr in unserer Demokratie und dem Eindämmen des Hasses, der jüdischen und farbigen Mitbürgern auf der Straße und in Fußballstadien entgegenschlägt. Diese Liste des Schreckens und Unfriedens ließe sich leicht noch verlängern. „Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus“.

Zuversicht also. Der Duden beschreibt Zuversicht als festes Vertrauen auf eine positive Entwicklung in der Zukunft, auf die Erfüllung bestimmter Wünsche und Hoffnungen. Mich erinnert das sehr an einen Satz im letzten Abschnitt des Hebräerbriefes (11,1): Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Wenn wir die Beschreibung aus dem Duden in den Satz aus dem Hebräerbrief einsetzen, dann ergibt sich: Es ist aber der Glaube ein [festes Vertrauen auf eine positive Entwicklung in der Zukunft, auf die Erfüllung bestimmter Wünsche und Hoffnungen], auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

Der zuversichtliche Glaube ist damit eine Kraft, die mehr zu behaupten wagt, als es der Anschein zeigt. Der zuversichtliche Glaube versetzt uns in die Lage, mehr zu sagen, als es das eigene Herz von sich aus könnte. Der zuversichtliche Glaube hält daran fest, dass eines Tages die Lahmen gehen, die Blinden sehen und die Gefangenen befreit sein werden. Im Auftaktgottesdienst zur Fastenaktion wurde die Geschichte von der Stillung des Sturms auf dem See Genezareth erzählt. Die Jünger rudern mit dem schlafenden Jesus im Boot ans andere Ufer. Dann erhebt sich ein Sturm und der See wird zu bedrohlich hohen Wellen aufgepeitscht. Die Jünger tun im Sturm das, was sie gut können; es sind ja Fischer darunter, rudern können die. Es ist gut und notwendig, dass sie diese ihre Gabe einsetzen, sonst würde das Boot augenblicklich kentern. Aber sie kommen an ihre Grenzen. Rudernd, was das Zeug hält, wenden sie sich an Jesus, genauer gesagt, sie schreien nach ihm. Sich an Jesus wenden, auch wenn es schreiend geschieht, das nennen wir heute beten. Und so zeigen die Jünger damals im Boot, was auch wir heute tun können, wenn wir uns für den Frieden, die Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen wollen: Rudern, was das Zeug hält, und intensiv beten. Anders gesagt: Unsere Gaben tatkräftig für die Menschen einbringen und unser Gebet nachdrücklich vor Gott bringen, am besten beides ineinander. Martin Luther sagte einmal: Man muss beten, als ob alles Arbeiten nichts nützt, und arbeiten, als ob alles Beten nichts nützt. Wo wir das fertigbringen, da hat das Fastenaktionsmotto seinen Platz: „Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus“.





Tageslosung


Mein Herz ist fröhlich in dem HERRN.
1.Samuel 2,1

Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude.
1.Petrus 1,8

Termine


04.06.2020 12:00 Uhr

Marienkirche

Orgelgedanken zur Marktzeit

05.06.2020 17:00 Uhr

Marienkirche

Friedensgebet

06.06.2020 12:00 Uhr

Marienkirche

Orgelgedanken zur Marktzeit

07.06.2020 08:00 Uhr

Marienkirche

Frühgottesdienst

07.06.2020 10:00 Uhr

Marienkirche

Gottesdienst

09.06.2020 12:00 Uhr

Marienkirche

Orgelgedanken zur Marktzeit