Gedanken zu Pfingsten


von Dr. Christoph Hoffmann-Kuhnt, ehrenamtlicher Mitarbeiter bei den Orgel-Gedanken

Pfingsten. Was bedeutet das Wort und das Fest eigentlich? Ich möchte das kurz erläutern: Der Name ist aus dem griechischen Wort ‘pentecosté‘ = 50. Tag (nämlich nach Ostern) abgeleitet und bezeichnet das Ende der Osterzeit. Die biblische Begründung des Pfingstfestes findet sich im Neuen Testament der Bibel, in der Apostelgeschichte im 2. Kapitel, wo die Ausgießung des Heiligen Geistes bzw. die Ausrüstung der Jünger mit dem Geist der Mission beschrieben wird. Dies wird auch als Geburtsfest der Kirche gefeiert.

So weit, so gut. Wenn ich es aber recht sehe, haben wir ziemliche Schwierigkeiten mit dem Erscheinen des ‘Heiligen Geistes‘. Ist die Pfingstgeschichte zu abstrakt, zu wenig konkret? Wie beschreiben wir den Geist, der uns bewegen soll; “wes Geistes Kind“ ist einer, dessen Auftreten und Reden uns befremdlich erscheint? ‘Zungenreden‘ gar, wie wir es von sogenannten Pfingstkirchen kennen, ist vielen höchst suspekt und eher geistlos als geistlich stark.

Ein Bild für das Pfingstgeschehen sind die Feuerflämmchen auf den Köpfen: wo Gottes Geist wirksam wird, da geht den Menschen ein Licht auf; da wird ihnen klar, wovon und wofür sie leben. Ein anderes Bild für den Geist Gottes ist der Wind. In alten Sprachen ist das Wort ‘Geist‘ gleichbedeutend mit Wind, mit Luft und Atem. Und so meinen wir es auch, wenn wir vom ‘frischen Wind‘ reden. Wir verbinden ‘Aufatmen‘ mit frischen Lebensgeistern, mit Aufbruch und Veränderung. Da weicht der Mief überkommener Einstellungen und Traditionen.

Ich frage mich, ob Pfingsten ein Ereignis der Vergangenheit ist, oder ob es noch vor uns liegt.  Wenn ich die Apostelgeschichte richtig verstehe und ernst nehme, dann ereignet sich Pfingsten dort, wo Menschen Aufbruch wagen, Gemeinsamkeiten entdecken und sich füreinander einsetzen. Nicht, weil sie gleiche Frömmigkeitsstile pflegen, gleich gesinnt sind und gemeinsam Stärke zeigen wollen, sondern weil sie sich trotz aller Unterschiedlichkeit und mit verschiedenen Gaben als Gottes Gesandte verstehen. Weil sie Aufbruch und Veränderung in den Köpfen und Hierarchien, in den Märkten und Verteilstrukturen dieser Welt bewirken wollen. Ein neuer Geist ist angesagt. Deshalb haben wir Pfingsten tatsächlich immer vor uns.


Tageslosung


Amos sprach: Ich bin ein Rinderhirt, der Maulbeerfeigen ritzt. Aber der HERR nahm mich von der Herde und sprach zu mir: Geh hin und weissage meinem Volk Israel!
Amos 7,14-15

Als er aber am Galiläischen Meer entlangging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, wie sie ihre Netze ins Meer warfen; denn sie waren Fischer. Und Jesus sprach zu ihnen: Kommt, folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!
Markus 1,16-17

Termine


25.10.2020 08:00 Uhr

Marienkirche

Frühgottesdienst

25.10.2020 10:00 Uhr

Marienkirche

Gottesdienst

25.10.2020 18:00 Uhr

MAH EG

Abendkirche

27.10.2020 12:00 Uhr

Marienkirche

Orgelgedanken zur Marktzeit

30.10.2020 17:00 Uhr

Marienkirche

Friedensgebet

31.10.2020 10:00 Uhr

Marienkirche

Gottesdienst zum Reformationstag