Gedanken zu Ernte-Dank


von Manfred Häußler, ehrenamtlicher Mitarbeiter bei den „Orgel-Gedanken“

 

Im Oktober finden in den Kirchengemeinden traditionell die Erntedank-Gottesdienste statt. Es ist die Zeit, wenn hierzulande der Großteil der Ernte eingebracht ist. Dabei ernten wir doch in unserer globalisierten Welt das ganze Jahr und essen die Feldfrüchte aus aller Damen und Herren Länder. Ernte-Dank, danken für die Ernte, sollte darum nicht nur ein punktueller Akt im Herbst sein; eher eine Haltung, wie sie im Wort Dankbarkeit zum Ausdruck kommt.

 

Martin Luther nannte Dankbarkeit „Die wesentliche christliche Haltung“. Damit spricht er aus, dass Dankbarkeit ein wesentliches Merkmal der Beziehung eines Christenmenschen mit Gott ist. Danken ist ein Beziehungswort. Wenn wir danken, dann danken wir jemandem. Einem vielleicht ganz unbekannten Menschen, der uns die Tür aufhält; einem Freund, mit dem wir vieles teilen können; der Partnerin, die uns liebt und erträgt. Auch im Ernte-Dank wenden wir uns einem Gegenüber zu. Wir sagen Danke denen, die mit ihrer Hände Arbeit eine Ernte ermöglichen und die Produkte für uns aufbereiten. Ernte-Dank richten wir aber natürlich auch und vor allem auf Gott, der seine Schöpfung so eingerichtet hat, dass sie hervorbringt, was wir zum Leben brauchen.

 

Indem wir Gott für die Ernte danken, erkennen wir an, dass wir bedürftig sind und nicht allein die Grundlagen unseres Lebens hervorbringen und erhalten können. Unsere Dankbarkeit ist eine Antwort auf das Vertrauen, das Gott in uns Menschen setzt. Er traut uns zu und mutet uns zu, die Erde zu bebauen und zu bewahren. (Gen 2,15)

 

Die Erde bebauen und bewahren – das ist wie ein Orgelstück zu vier Händen und vier Füßen: Gottes Hände und Füße und unsere Hände und Füße wirken zusammen. Es geht nicht ohne Gott. Es geht nicht ohne uns. Gott wird immer mitspielen: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ (Gen 8,22) – Gott sei Dank für diese Zusage!

 

Und unser Part? Der Duden beschreibt eine Haltung, also auch die Dankbarkeit, als eine „innere [Grund]einstellung, die jemandes Denken und Handeln prägt“. Danken – denken – handeln. Das ist unser Part. Danken – denken – handeln. Mit Gottes Hilfe kann es uns dann gelingen, die Erde so zu bebauen, dass wir sie zugleich auch bewahren. Wie wichtig es ist, dass sowohl Gott als auch wir Menschen im Bebauen und Bewahren zusammenwirken, verdeutlicht folgender Witz:

 

Ums Erntedankfest herum besucht ein Pfarrer seine Bauern. Mit Stolz zeigt ihm einer seinen Betrieb mit den aufgeräumten Feldern, den gut gefüllten Scheunen und Ställen – und dann noch den nagelneuen Traktor. Der Pfarrer ist sehr angetan, gibt dem Bauern aber zu bedenken: „Vergiss nicht, wem du das alles zu verdanken hast! Gott hat bei allem seine Finger im Spiel.“ „Ja, ja, das weiß ich schon“, antwortet der Bauer, „aber, Herr Pfarrer, Sie hätten sehen sollen, wie heruntergekommen der Hof war, als Gott ihn noch allein bewirtschaftet hat.

 

Tageslosung


Amos sprach: Ich bin ein Rinderhirt, der Maulbeerfeigen ritzt. Aber der HERR nahm mich von der Herde und sprach zu mir: Geh hin und weissage meinem Volk Israel!
Amos 7,14-15

Als er aber am Galiläischen Meer entlangging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, wie sie ihre Netze ins Meer warfen; denn sie waren Fischer. Und Jesus sprach zu ihnen: Kommt, folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!
Markus 1,16-17

Termine


25.10.2020 18:00 Uhr

MAH EG

Abendkirche

27.10.2020 12:00 Uhr

Marienkirche

Orgelgedanken zur Marktzeit

30.10.2020 17:00 Uhr

Marienkirche

Friedensgebet

31.10.2020 10:00 Uhr

Marienkirche

Gottesdienst zum Reformationstag

31.10.2020 19:00 Uhr

Marienkirche

Stunde der Kirchenmusik

01.11.2020 08:00 Uhr

Marienkirche

Frühgottesdienst